Neues aus der Implantologie:
Eine sehr interessante Titelstory zu diesem Thema wurde vor einiger Zeit in dem Nachrichtenmagazin „Focus“ veröffentlicht. Hierbei hatte mehr als die Hälfte der befragten implantologisch tätigen Zahnärzte weniger als 51 Implantate pro Jahr gesetzt. Wir implantieren seit 1987, und von Herrn Dr. Stawinoga, dessen wissenschaftliche Aufzeichnungen zu diesem Thema in unserer Praxisgemeinschaft am weitesten zurückreichen, wurden durchschnittlich mindestens 200 Implantate pro Jahr gesetzt. Herr Dr. Stawinoga ist u. a. auch Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. Aufgrund intensiver Fortbildung und der moderneren Implantationsverfahren ist das Setzen eines Implantates in unserer Praxis schon seit langem ein Routineeingriff, der innerhalb 20 Minuten unter örtlicher Betäubung durchgesetzt wird und absolut schmerzfrei (auch ohne Nachschmerzen) erfolgt. Durch den geringer gewordenen Zeitaufwand und die preiswerteren modernen Implantate sowie einen Kassenzuschuss von immerhin 200,00 EUR bis 300,00 EUR ist die Implantation heute auch bei weitem nicht mehr so teuer und aufwendig wie noch vor 10 oder gar vor 20 Jahren.
Wichtig: Die Hauptursache für den Implantatverlust heute neben Rauchen meist die sogenannte Periimplantitis, die letztlich nur vermeidbar ist durch optimale Mundhygiene und Zahnpflege. Auch bei Implantaten ist daher eine optimale Zahnpflege und Mundhygiene erforderlich, und geraucht werden sollte tunlichst gar nicht mehr.
Zwar gelten Kronen und Brücken, insbesondere bei unseren gesetzlich krankenversicherten Patienten, immer noch als Standard. Allerdings müssen bei einer Brücke auch dann, wenn nur ein einziger Zahn zu ersetzen ist, zwei gesunde Nachbarzähne abgeschliffen werden und an der Stelle, wo der Zahn fehlt, bildet sich der Knochen zurück. All dies kann durch ein Implantat erfolgreich verhindert werden. In besonders günstigen Fällen kann sogar in einer Sitzung ein kranker Zahn entfernt, ein Implantat gesetzt und sogleich eine provisorische Zahnkrone darauf befestigt werden, die solange ihren Dienst verrichtet, bis das Implantat endgültig festgewachsen ist und ein definitiver Kronenaufbau erfolgen kann. Knapp 50 % aller Patienten benötigen einen Knochenaufbau, dann muss allerdings etwas länger abgewartet werden und auch die Kosten der Gesamtbehandlung liegen entsprechend höher. Der genannte Focus-Artikel führt demgegenüber lt. „Auskunft verschiedener Düsseldorfer Praxen“ rund 5.000,00 EUR pro Implantatbehandlung auf. Die Kosten sind auch regional verschieden. In unserer Praxis kostet ein Implantat im Durchschnitt etwa 1.500,00 EUR.
Misserfolge bei Implantaten: Die Auswertung unserer wissenschaftlichen Untersuchungen ergab, dass, wie bei der überwiegenden Mehrzahl aller erfahrenen Implantologen, etwa 5 % Misserfolge einzukalkulieren sind. Eine höhere Misserfolgsquote ergibt sich lediglich bei Rauchern. Diese sollten daher vor einer Behandlung entweder ganz mit dem Rauchen aufhören oder zumindest drei Monate vorher und drei Monate nach dem Eingriff mit dem Nikotingenuss aussetzen. Bei zuckerkranken Patienten ist heute das Risiko bei Implantaten nicht mehr erhöht, soweit der Diabetes medizinisch gut eingestellt ist. Eine weitere Risikogruppe sind Patienten, die bestimmte Medikamente dauernd einnehmen müssen, z. B. Rheumamittel oder Cortison.
|